Mit den zwei neuen Hochleistungslokomotiven vom Typ ES 64 U2 von Siemens Dispolok wird im privaten Eisenbahnverkehr in Österreich ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Erstmals betreibt mit der voestalpine Stahl-Tochter Logistik Service GmbH ein privates österreichisches Logistikunternehmen gleich zwei dieser derzeit modernsten Elektro-Lokomotiven für den Schienenverkehr.
Der operative Start des Erztransportes wird am 2. Jänner 2003 erfolgen. Zwischen Montag und Samstag sind täglich zwei Züge mit 20 Waggons geplant. An Sonn- und Feiertagen wird jeweils ein Zug zwischen der Steiermark und Linz das Erz in die voestalpine transportieren.
Die LogServ und die Tochter CargoServ wurden am 1. April 2001 gegründet und erwirtschafteten im Wirtschaftsjahr 2002 (April 2001 bis März 2002) einen Umsatz von knapp 60 Millionen Euro.
Das EBIT betrug rund 2,2 Millionen Euro. Der Plan sieht in den nächsten drei Jahren eine Umsatzsteigerung von rund 25 % vor. Das Drittgeschäft soll im selben Zeitraum um etwa 70 % ausgeweitet werden. Insgesamt arbeiten derzeit rund 650 Mitarbeiter im Unternehmen.
Für den Vorstandsvorsitzenden der voestalpine Stahl GmbH und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der voestalpine AG
Dr. Wolfgang Eder ist eines der größten österreichischen Unternehmen auf einem wichtigen Weg: "Wir sind in den vergangenen Jahren verstärkt vom Produktions- zum Verarbeitungskonzern gereift. Dazu gehört auch, dass wir die Kernkompetenz Logistik des Konzerns in den beiden Unternehmen LogServ und CargoServ konzentriert haben. Wir konnten damit eine enorme Steigerung der Effizienz erzielen und nachhaltig wesentliche Einsparungen im Bereich der Logistikkosten realisieren. Nachdem die LogServ ja schon die Kalktransporte für unser Unternehmen durchführt, ist die Ausweitung auf die Erztransporte nur der logische nächste Schritt", so Eder.
Die klare strategische Ausrichtung in diesem Bereich des voestalpine Konzerns soll in den nächsten Monaten weiter abgesichert werden. Die bisherige Entwicklung der Logistik-Tochter und die erfreuliche Nachfrage auf den Zielmärkten lassen auch für die Zukunft eine vielversprechende Entwicklung erwarten.
Die Siemens Dispolok GmbH, eine Tochter der Siemens AG, betreibt die Vermietung von Lokomotiven nun seit mehr als zwei Jahren. Derzeit sind über 40 Lokomotiven im Bestand, die europaweit eingesetzt werden. Die Dispolok hat für den Schienenfahrzeugmarkt ein neues Konzept entwickelt. Dieses zeichnet sich vor allem durch die "All-inclusive"-Miete, durch flexible Wartungspakete, durch die Gestellung von Ersatzlokomotiven sowie eine 24-Stunden-Hotline aus. "All-inclusive" bedeutet, die Miete ist inklusive Instandhaltung, Ersatzteilversorgung und Versicherungen - alles aus einer Hand.
"Offensichtlich ist dies auch das richtige Konzept für die CargoServ und es haben sich hier zwei Partner gefunden, die gemeinsam auf der Schiene etwas bewegen wollen", meint Dr. Walter Breinl, Geschäftsführer der Siemens Dispolok GmbH.
Mit den neuen Hochleistungslokomotiven ES 64 U2 steht der CargoServ die derzeit stärkste Lokomotive Europas mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h zur Verfügung. Darüber hinaus hat dieser Lokomotiventyp eine Zulassung für Österreich, Deutschland, Ungarn und die Schweiz. Technisch sind die Lokomotiven auf dem neusten Stand: z.B. absorbieren neuentwickelte, patentierte Crashelemente bei einem Aufprall Energie und können dadurch größere Schäden verhindern. Die Loks verfügen über GPS, Mobiltelefone und Faxgeräte. Ein Energiezähler misst den genauen Energieverbrauch und rechnet exakt ab.