Mit der LogServ-Tochter beginnt eine neue Ära für den Eisenbahn-Gütertransport (Presseaussendung)
Nur acht Monate nach der Gründung der Cargo Service GmbH (CargoServ) als eigenständiges Eisenbahnverkehrsunternehmen und Tochterunternehmen der Logistik Service GmbH (LogServ) steht heute fest: Das junge Unternehmen ist höchst erfolgreich auf Schiene. Für den Eisenbahn-Gütertransport in Österreich bedeutet dieser Umstand den Beginn einer neuen Ära. Denn die CargoServ ist das erste private Eisenbahnverkehrsunternehmen in Österreich, das auf öffentlichem Netz Ganzzugs-Gütertransporte durchgeführt hat. Sie fährt damit im Rahmen von EU-Richtlinien, die den Bahnbetrieb in Europa durch den Wettbewerb mit privaten Anbietern effizienter und leistungsfähiger gestalten sollen. Im Falle der CargoServ ist letzteres bereits gelungen. Ein erstes Großprojekt wird seit acht Monaten in jeder Hinsicht erfolgreich abgewickelt.
700.000 Tonnen Kalk pro Jahr Konkret führt die CargoServ seit 1. April heurigen Jahres täglich den Transport von zwei Kalkzügen aus dem Kalkwerk Steyrling nach Linz durch. Pro Tag werden ca. 2.000 Tonnen Brannt- und Splitkalk transportiert, was einer Transportkapazität von ca. 70 bis 80 LKW entspricht. Hochgerechnet ergibt sich daraus ein Jahresvolumen von rund 700.000 Tonnen Kalk, die für die LogServ- und somit auch CargoServ-Mutter voestalpine Stahl mit eigenen Lokomotiven in das Linzer Werksgelände transportiert werden. Das Pilotprojekt und damit auch das CargoServ-Team haben sich mittlerweile bestens eingespielt. „In den bisherigen acht Monaten haben wir keinen einzigen problematischen Störfall oder eine Behinderung anderer Verkehre vermerkt“, freut sich CargoServ-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Gerhard Holzmüller darüber, dass sein Betriebskonzept den Praxistest erfolgreich bestanden hat.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist es aber ebenso wichtig, dass die Erwartungen hinsichtlich der Kosteneinsparungen bisher voll erfüllt wurden. Die erreichte Kostenreduktion liegt im zweistelligen Prozentbereich, dies ermutigt zu Überlegungen, weitere Verkehre für die voestalpine Gruppe zu übernehmen. Die bisherigen Einsparungen sind jedenfalls eine Bestätigung für die CargoServ-Gründung und die damit verbundenen Investitionen, die sich aus heutiger Sicht innerhalb von drei Jahren rechnen werden.
"Logistik-Kompetenz in einer Hand" "Der große Vorteil besteht darin, dass sich die gesamte Logistik-Kompetenz der voestalpine in einer Hand befindet", erklärt dazu LogServ-Geschäftsführer Mag. Christian Janecek. "Wir können nun Synergieeffekte zur Werksbahn – die übrigens von der LogServ betrieben wird – gezielt nutzen und dadurch ein Maximum an Flexibilität und Effizienz gewährleisten." Beispielsweise fahren die CargoServ-Lokomotiven mit Dieseltraktion: Sie könnten somit nicht nur direkt ins Werk einfahren, sondern auch für den werksinternen Weitertransport zur Verfügung stehen. Der Einsatz von Funkfernsteuerungen für die Lokomotiven – eine Technologie, die beim Werksbahnbetrieb am Werksgelände der voestalpine Stahl bereits seit mehr als 20 Jahren im Einsatz ist - bewirkt zusätzlich eine beträchtliche Steigerung der Effizienz. Während üblicherweise ein Verschieber eingesetzt und dies auch kostenmäßig abgebildet werden muss, erübrigt sich bei der CargoServ dieser personelle Einsatz.
Unkompliziertes Verhältnis zur ÖBB Für den früheren Betreiber der Kalktransporte, die Österreichischen Bundesbahnen, bedeutet die operative Geschäftsaufnahme der CargoServ natürlich einen Ausfall im Bereich des Güterverkehrs. Trotzdem herrscht zwischen den beiden Unternehmen ein gutes Verhältnis, das durch eine gesunde Mitbewerbersituation geprägt ist. "Wir streben keinen Verdrängungswettbewerb mit der ÖBB an", erklärt dazu CargoServ-Geschäftsführer Dipl. Ing. Holzmüller. "Vielmehr sind wir bestrebt, bestehende Transporte von der Straße auf die Schiene zu bringen." Grundsätzlich könne er sich vorstellen, weitere Eigentransporte durchzuführen und damit nachhaltig Kosten für die voestalpine Stahl einzusparen. Konkrete Pläne liegen dafür aber noch nicht vor. Denn vorerst geht es darum, weitere Einsparungspotentiale zu realisieren und der Konzernmutter ein Höchstmaß an Flexibilität zu bieten.